Wir verstehen uns jetzt besser! - Raumakustik erleben und gestalten
Alexander Nowak – 30.12.2025
Der Projekttag wurde am 22.12.2025 vom Verein Dorfgemeinschaft Groß Muckrow e.V. veranstaltet und durch das Bundesprogramm "Demokratie leben!" des Bundesministeriums für Bildung, Familien, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSFJ) gefördert.
Der Dorfgemeinschaft Groß Muckrow e.V. lud am 22.12.2025 in den alten Konsum von Groß Muckrow ein um gemeinsam mit Jung und Alt die Thematik der Raumakustik näher zu erläutern und geeignete Maßnahmen am selben Tag im Veranstaltungsgebäude umzusetzen. So konnten die aufgezeigten, theoretischen Ansätze zur Minderung der Nachhallzeit am Ende des Projekttages von den Teilnehmenden direkt nachvollzogen werden.
Hintergrund
Personen verstehen oftmals die Situation von schwerhörigen Mitmenschen nicht oder nur wenig. Des Weiteren haben die meisten Menschen keinen Bezug zu der Thematik Raumakustik.
Die Gegebenheiten im Durchführungsort trafen genau diesen Schwerpunkt.
Nach der Sanierung des ehemaligen Konsums zum Gemeindezentrum wurde schnell klar, dass der Gemeinschaftsraum aufgrund der baulichen, akustischen Gegebenheiten für jegliche Zusammenkünfte kaum nutzbar war.
Bei Veranstaltungen des gesellschaftlichen Miteinanders spielt der psychoakustische Einfluss auf Teilnehmende an Veranstaltungen eine extrem große Rolle. Fehlende, schallabsorbierende Materialien im Raum haben eine sehr lange Nachhallzeit zur Folge. Einhergehend mit der erhöhten Nachhallzeit sinkt nicht nur die Sprachverständlichkeit. Räume mit langen Nachhallzeiten, welche nicht zum Hauptnutzungszweck passen, werden als laut empfunden. Der Aufenthalt in solchen Räumen bei Veranstaltungen ist somit unangenehm.
Im vorliegenden Fall beeinflusste die Nachhallzeit neben frontalen Veranstaltungen sogar Gespräche zwischen Personen im Raum. Der Aufenthalt im Gemeinschaftsraum war, insbesondere für Personen mit Hörbeeinträchtigung, äußerst herausfordernd. Diese Herausforderungen wurden mit Umsetzung des Projektes gemeinschaftlich angegangen.
Der Ablauf
Während eines kurzen, anschaulichen Theorieteils wurde mit den Teilnehmenden das Thema erörtert. Möglichkeiten der Messung von Nachhallzeiten wurden erläutert und die physikalischen Grundlagen erklärt, welche es ermöglichen die Raumakustik zu beeinflussen. Schalldruck, -schnelle und -energie sind die Eckpunkte, welche in Kombination mit Reflexionen, Diffusion und Absorption die Akustik eines Raumes ergeben. Hohe und tiefe Töne verhalten sich dabei unterschiedlich. Einrichtungsgegenstände beeinflussen die Raumakustik zuhause in der Regel positiv. In Versammlungsräumen finden sich allerdings oftmals zu wenige, akustisch positiv wirkende, Einrichtungsgegenstände. Daher ist es notwendig die Raumakustik aktiv zu gestalten. Dabei ist es oftmals wichtig die bautechnische Seite eines Gebäudes mitzubedenken um Feuchtigkeitsniederschlag und Schimmelbildung zu vermeiden. Besonders in öffentlichen Räumen muss das Thema der Brandsicherheit beachtet werden.
Nach dem Theorieteil wurde anhand eines Baumusters aufgezeigt, wie im gegebenen Gebäude die Kaschierung des Absorbermaterials in Form von Wandbildern aussehen soll. Die technischen Zeichnungen der drei Holzkonstruktionen wurden für den Zuschnitt des Rohmaterials gesichtet und der Zuschnitt aller benötigten Längen in einem Zug durchgeführt.

Teilnehmende nutzen während des gesamten Tages die Möglichkeit weiterhin Fragen zu stellen. Experimente aus dem Theorieteil wurden später zum besseren Verständnis erneut durchgeführt. Schallreflexionen an Wänden, Beeinflussung von Reflexionen durch Absorptionsmaterial, Versuche mit nicht oder im falschen Frequenzbereich absorbierenden Materialien und das Abgehen von Raummoden im Raum zur Veranschaulichung von Schalldruck und Schallschnelle machten die Thematik für die Teilnehmenden greifbar.
Für das leibliche Wohl zum Mittag und während des gesamten Workshops sorgte die Dorfgemeinschaft. In Summe 22 Teilnehmende nutzten das kostenfreie Angebot am Workshop teilzunehmen.

Der gemeinschaftliche Bau der drei Holzrahmen brauchte viele Hände. Auch hier konnte viel Wissen und Erfahrung weitergegeben werden und es war möglich aus Fehlern zu lernen. Rund 65 Laufmeter gehobelte Glattkantbretter und hunderte Schrauben später wurden die Kanten der Rahmen geschliffen und die Rahmen mit Stoff bespannt. Ein Luftbild des gesamten Dorfes, eine computerbearbeitete Fotografie des alten Feuerwehrhauses und ein Foto vom Sonnenuntergang hinter Feldern nach der Ernte wurden im Vorfeld in passender Größe auf den Stoff gedruckt.

Auch das Bespannen von Rahmen in der Größe von bis zu 2,2 m x 3,8 m brauchte viele Hände und war für viele Teilnehmende eine neue Erfahrung.

Nach dem Befüllen mit Absorptionsmaterial blieb nur noch die Positionierung und die Befestigung der entstandenen Absorber an den Wänden des Gebäudes. "Gut Ding will Weile haben"... Mit zeitlichem Verzug konnte dann abschließend eine erneute Messung der Nachhallzeit durchgeführt werden.
Gestartet bei im Mittel 1,3 Sekunden Nachhallzeit, zeigte nicht nur die Abschlussmessung mit mittleren 0,7 Sekunden Nachhallzeit den Erfolg. Auch im Gespräch waren sich alle Teilnehmenden einig, dass eine deutlich wahrnehmbare Verbesserung stattgefunden hat.

Generationsübergreifend wurde die Maßnahmen gemeinschaftlich angegangen. Es wurde gemeinsam und insbesondere für ältere und schwerhörige Mitmenschen ein Mehrwert geschaffen, welcher zu einer regeren Teilnahme aller Altersgruppen an gemeinschaftlichen Veranstaltungen im Gemeinschaftsraum motiviert.
Alles in Allem bleibt der durchgeführte Workshop nicht nur ein Erfolg in Bezug auf den Mehrwert für das Dorfgemeinschaftshaus. Neben ihrer technischen Funktion verbinden die Bilder und regen Unterhaltungen an. Dazu kommt, dass die Teilnehmenden etwas im Workshop und auch mit Freude voneinander gelernt haben.

Für inhaltliche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden dieser Veröffentlichung die Verantwortung.
Der Dorfgemeinschaft Groß Muckrow e.V. lud am 22.12.2025 in den alten Konsum von Groß Muckrow ein um gemeinsam mit Jung und Alt die Thematik der Raumakustik näher zu erläutern und geeignete Maßnahmen am selben Tag im Veranstaltungsgebäude umzusetzen. So konnten die aufgezeigten, theoretischen Ansätze zur Minderung der Nachhallzeit am Ende des Projekttages von den Teilnehmenden direkt nachvollzogen werden.
Hintergrund
Personen verstehen oftmals die Situation von schwerhörigen Mitmenschen nicht oder nur wenig. Des Weiteren haben die meisten Menschen keinen Bezug zu der Thematik Raumakustik.
Die Gegebenheiten im Durchführungsort trafen genau diesen Schwerpunkt.
Nach der Sanierung des ehemaligen Konsums zum Gemeindezentrum wurde schnell klar, dass der Gemeinschaftsraum aufgrund der baulichen, akustischen Gegebenheiten für jegliche Zusammenkünfte kaum nutzbar war.
Bei Veranstaltungen des gesellschaftlichen Miteinanders spielt der psychoakustische Einfluss auf Teilnehmende an Veranstaltungen eine extrem große Rolle. Fehlende, schallabsorbierende Materialien im Raum haben eine sehr lange Nachhallzeit zur Folge. Einhergehend mit der erhöhten Nachhallzeit sinkt nicht nur die Sprachverständlichkeit. Räume mit langen Nachhallzeiten, welche nicht zum Hauptnutzungszweck passen, werden als laut empfunden. Der Aufenthalt in solchen Räumen bei Veranstaltungen ist somit unangenehm.
Im vorliegenden Fall beeinflusste die Nachhallzeit neben frontalen Veranstaltungen sogar Gespräche zwischen Personen im Raum. Der Aufenthalt im Gemeinschaftsraum war, insbesondere für Personen mit Hörbeeinträchtigung, äußerst herausfordernd. Diese Herausforderungen wurden mit Umsetzung des Projektes gemeinschaftlich angegangen.
Der Ablauf
Während eines kurzen, anschaulichen Theorieteils wurde mit den Teilnehmenden das Thema erörtert. Möglichkeiten der Messung von Nachhallzeiten wurden erläutert und die physikalischen Grundlagen erklärt, welche es ermöglichen die Raumakustik zu beeinflussen. Schalldruck, -schnelle und -energie sind die Eckpunkte, welche in Kombination mit Reflexionen, Diffusion und Absorption die Akustik eines Raumes ergeben. Hohe und tiefe Töne verhalten sich dabei unterschiedlich. Einrichtungsgegenstände beeinflussen die Raumakustik zuhause in der Regel positiv. In Versammlungsräumen finden sich allerdings oftmals zu wenige, akustisch positiv wirkende, Einrichtungsgegenstände. Daher ist es notwendig die Raumakustik aktiv zu gestalten. Dabei ist es oftmals wichtig die bautechnische Seite eines Gebäudes mitzubedenken um Feuchtigkeitsniederschlag und Schimmelbildung zu vermeiden. Besonders in öffentlichen Räumen muss das Thema der Brandsicherheit beachtet werden.
Nach dem Theorieteil wurde anhand eines Baumusters aufgezeigt, wie im gegebenen Gebäude die Kaschierung des Absorbermaterials in Form von Wandbildern aussehen soll. Die technischen Zeichnungen der drei Holzkonstruktionen wurden für den Zuschnitt des Rohmaterials gesichtet und der Zuschnitt aller benötigten Längen in einem Zug durchgeführt.

Zuschnittarbeiten während des Workshops
Teilnehmende nutzen während des gesamten Tages die Möglichkeit weiterhin Fragen zu stellen. Experimente aus dem Theorieteil wurden später zum besseren Verständnis erneut durchgeführt. Schallreflexionen an Wänden, Beeinflussung von Reflexionen durch Absorptionsmaterial, Versuche mit nicht oder im falschen Frequenzbereich absorbierenden Materialien und das Abgehen von Raummoden im Raum zur Veranschaulichung von Schalldruck und Schallschnelle machten die Thematik für die Teilnehmenden greifbar.
Für das leibliche Wohl zum Mittag und während des gesamten Workshops sorgte die Dorfgemeinschaft. In Summe 22 Teilnehmende nutzten das kostenfreie Angebot am Workshop teilzunehmen.

Viele kleine Schrauben
Der gemeinschaftliche Bau der drei Holzrahmen brauchte viele Hände. Auch hier konnte viel Wissen und Erfahrung weitergegeben werden und es war möglich aus Fehlern zu lernen. Rund 65 Laufmeter gehobelte Glattkantbretter und hunderte Schrauben später wurden die Kanten der Rahmen geschliffen und die Rahmen mit Stoff bespannt. Ein Luftbild des gesamten Dorfes, eine computerbearbeitete Fotografie des alten Feuerwehrhauses und ein Foto vom Sonnenuntergang hinter Feldern nach der Ernte wurden im Vorfeld in passender Größe auf den Stoff gedruckt.

Wandbilder nach der Montage
Auch das Bespannen von Rahmen in der Größe von bis zu 2,2 m x 3,8 m brauchte viele Hände und war für viele Teilnehmende eine neue Erfahrung.

Überlegungen vor dem Bespannen des ersten Rahmens
Nach dem Befüllen mit Absorptionsmaterial blieb nur noch die Positionierung und die Befestigung der entstandenen Absorber an den Wänden des Gebäudes. "Gut Ding will Weile haben"... Mit zeitlichem Verzug konnte dann abschließend eine erneute Messung der Nachhallzeit durchgeführt werden.
Gestartet bei im Mittel 1,3 Sekunden Nachhallzeit, zeigte nicht nur die Abschlussmessung mit mittleren 0,7 Sekunden Nachhallzeit den Erfolg. Auch im Gespräch waren sich alle Teilnehmenden einig, dass eine deutlich wahrnehmbare Verbesserung stattgefunden hat.

Nachhallzeiten - oben vorher - unten nach dem Workshop mit Absorbern
Generationsübergreifend wurde die Maßnahmen gemeinschaftlich angegangen. Es wurde gemeinsam und insbesondere für ältere und schwerhörige Mitmenschen ein Mehrwert geschaffen, welcher zu einer regeren Teilnahme aller Altersgruppen an gemeinschaftlichen Veranstaltungen im Gemeinschaftsraum motiviert.
Alles in Allem bleibt der durchgeführte Workshop nicht nur ein Erfolg in Bezug auf den Mehrwert für das Dorfgemeinschaftshaus. Neben ihrer technischen Funktion verbinden die Bilder und regen Unterhaltungen an. Dazu kommt, dass die Teilnehmenden etwas im Workshop und auch mit Freude voneinander gelernt haben.

Beginn und Abschluss des Workshops
Für inhaltliche Aussagen und Meinungsäußerungen tragen die Publizierenden dieser Veröffentlichung die Verantwortung.


